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Ein paar Worte…
über mich und meinen Werdegang.

Nach so vielen Jahren, nach (in) dieser eigenartigen Zeit ist meine Arbeit die Gleiche geblieben und doch drängen sich neue Formulierungen auf. Was bedeutet Kunst für mich? Kurz gesagt, alles! Corona hat meine berufliche Tätigkeit, wie für sehr viele Kollegen, auf den Prüfstand gestellt. Ich konnte aus verschiedenen Gründen einige Monate gar nicht, auch nicht produktiv, arbeiten. Intensiv spürte ich, ich halte es gar nicht aus, nicht zu arbeiten. Das ist die Eigenart des Künstlers. Aus der tiefen Krise kam also die Erkenntnis; egal wie, aber es muss weiter gehen! Vom Schicksal glücklich begleitet fanden sich sehr passende neue Arbeitsstätten und nun geht es endlich weiter! In meiner Kunst, ob Malerei oder Schmuck, geht es immer um Erzählerisches. Immer sind die aktuellen, wie auch die bereits eingeprägten Umstände als Werkzeug dabei. Sie werden zuweilen völlig unbeabsichtigt sichtbar und setzten ins Staunen. Sich in den Schaffensprozess zu begeben, ist in gewisser Weise ein Loslassen. Im Gegensatz zum reinen Handwerk darf und muss ich mich im Arbeitsprozess jedem neuen Schritt frei und ungezwungen hingeben. Alle Zutaten wähle ich ausschließlich instinktiv, ich stehe vor meinen Farben, vor meinen Steinen, den Metallen, den Malgründen wie ein Kind am Kiosk, das sich eine bunte Tüte zusammenstellen darf. Die dann folgende Tätigkeit ist wie schwimmen, eine Bewegung zwischen dem Offensichtlichen und dem Verborgenen. Das Offensichtliche ist meist recht einfach, aber das Verborgene kann man technisch, sachlich nicht aufzeigen, man muss es locken. Sei es die Abstraktion, das sich Verlieren in den Blättern des Baumes oder beispielsweise dem unerwarteten Zusammenspiel von Sternsaphir und Kieselstein, oder es ist die Reduktion. Wieviel Struktur braucht eine Landschaft, ist es eine Landschaft? Oder wie viel braucht der Ring, wie einfach darf es werden, um ganz genau zu zeigen, wie wunderbar die Form, wie allein und herausgestellt der schöne Stein ist. Meistens ist es viel weniger als man denkt. Genau hier liegt meine Begeisterung. Schließlich halte ich ein `Ding` in den Händen, das etwas spiegelt, etwas erzählt und anhaltend Neues entdecken lässt. Man kann durchaus von einer therapeutischen oder analytischen Wirkung sprechen. Als Künstlerin habe ich eine zusätzliche Sprache oder Ausdrucksmittel die wollen genutzt sein. Das Werk ist schließlich mehr als Farbe auf Malgrund oder Stein in Fassung. Es ist mehr als schön oder abstoßend, mehr als dunkel oder hell, mehr als pure Darstellung. Alles ist immer Teil des Ganzen. Es ist eine Einladung, sich auf Entdeckungsreise zu begeben. Es ist gelungen, wenn es erzählerisch ist, wenn es einnimmt, belebt, anregt, erinnert und zur Kontemplation auffordert. Das gilt ausdrücklich für die Malerei und den Schmuck. Schmuckstücke werden häufig zu besonderen Lebensmomenten besorgt. Hier ist die Welt der Geschichten ganz offensichtlich. Aber was glauben Sie geschieht, wenn geerbter Schmuck, der Rubin der Großmutter, in zeitgemäßer Form wieder ins Leben gehoben wird? Mehr Energieschub und erzählerischen Erinnerungsraum kann man kaum schaffen. Schließlich möchte ich erneut das Zitat von Emil Schumacher nennen: „Ein Bild ist erst dann vollendet, wenn es betrachtet wird.“ Wie sehr das stimmt, spürte ich ebenfalls in der Krise. Als es endlich wieder losgehen sollte, fühlte ich mich wie gelähmt. Fiese Fragen wie "wozu?" , "macht es Sinn?"," wird es gebraucht?“, “ wird es gewollt?“ quälten mich. Mein kluger Sohn Urs brachte es für mich auf den Punkt: "Du brauchst ein Feedback auf Deine Arbeit!" Ja, das stimmt! Ich brauche nicht so sehr den Umsatz (auch), ich brauche vor allem die Resonanz. Das Entdecken und Herausfinden, was kommt an? Was wird gesehen? Und wahnsinnig gerne auch das Gespräch darüber. So ist nicht nur das Objekt Bild fertig wenn es betrachtet wird, sondern für mich als Ausführende, gehört die Resonanz zum gesamten Prozess unbedingt dazu. Ist es nicht ein fantastisches Wunderland? Wie seltsam, ernsthaft darüber nachzudenken, aufzuhören zu arbeiten! Nicht nur ich als Reisende in all diesen Welten, Schichten, prägenden Bedingungen, sondern auch Sie, der Rezeptor, mein Resonanzwesen. Wie könnte ich ohne das sein? Können Sie ohne sein? Mir ist es nicht möglich! So freue ich mich von ganzem Herzen, dass es weiter geht. Es wird und ist es schon, anders sein. Nutzen wir gerade deswegen diesen bereichernden Raum in dieser merkwürdigen Zeit, wir brauchen es.